ENDLICH WIEDER SEGELN – OSTSEE ICH KOMME!

Am Anfang dieses Jahres überlegte ich mir wie und wo ich dieses Jahr meinen Urlaub verbringen soll. Auf jeden Fall sollte es was mit Segeln sein. Da ich vor 6 Jahren, zusammen mit meinem älteren Bruder schon zwei Törns mit Join The Crew gemacht hatte, schaute ich auf die Webseite. Da ich gerne viel Segeln wollte und mich der Norden sehr reizt, entschied ich mich für den Kopenhagen-Törn. Gesagt-Getan, der Segelurlaub wurde gebucht. Ich war schon sehr gespannt, wie es mit den anderen Crewmitgliedern so wird. Vor der Reise dachte ich, dass es mir hauptsächlich ums Segeln gehen würde, da ich ja mit Fremden auf einem Boot bin. Die darauffolgenden Tage bewiesen mir aber das Gegenteil. Alle an Bord sind mir so ans Herz gewachsen, sodass der Abschied umso schwerer fiel. Aber beginne ich mal am Anfang…

EINE GENIALE WOCHE BEGINNT

Nachdem ich mich durch verschiedene Schwierigkeiten im Straßenverkehr gekämpft habe, kam ich um ca. 18:00 Uhr an unserem Treffpunkt in der Marina in Greifswald an. Kurze Zeit später erschien auch Skipper Keno und die weitere Crewmitglieder fanden sich zusammen. Da wir uns im Vorhinein bzgl. Einkauf viel geschrieben hatten, wussten wir schon genau was wir brauchen. Katharina war ein wahres Organisationstalent und hat den Einkauf geplant. Kevin und ich waren zum Glück mit Auto da, was den Einkauf um einiges einfacher gestaltete. Anfangs fuhren wir zu dritt los, doch die Anderen kamen noch während des Einkaufs dazu. Es wurden mehrere Zweier-Teams gebildet und so verlief der Einkauf super reibungslos, ohne großartige Diskussion. Nachdem wir alles zur Yacht gebracht und eingeräumt hatten, ging es an die Sicherheitseinweisung. Keno erklärte uns wie die Toiletten funktionieren, wie man am Board-Funk ein Mayday absetzt, wie der Motor bedient wird, wo die Not-Pinne ist und vieles mehr. Dann ging es los  aufs Meer – den ersten Abend verbrachten wir in Stralsund.

AB NACH KOPENHAGEN

Am nächsten Tag ging es dann nach einem leckeren Frühstück nach Kopenhagen. Wieder haben wir uns mit dem Steuern abgewechselt und so kamen wir der dänischen Hauptstadt mit vereinten Kräften immer näher. Da der Wind leider genau aus der entgegengesetzten Richtung kam, mussten wir den Motor anschmeißen, damit wir unser Ziel noch zeitig erreichen.

Gegen späten Nachmittag kamen wir in Kopenhagen an und machten erst mal einen schönen Rundgang durch die Stadt. Es ging durch den botanischen Garten, vorbei am Schloss Rosenborg, der Schatzkammer der Kronjuwelen und weiteren Kostbarkeiten, und mitten durch den Schlossplatz des dänischen Königspaares.

KOPENHAGENS AUTONOMES VIERTEL CHRISTIANIA 

Am Abend ging es in die alternative Wohnsiedlung Christiania, ein autonomes Viertel mitten in Kopenhagen. Interessant war, dass hier an vielen Ständen Drogen ganz öffentlich und legal verkauft wurden. Damit aber kein falsches Bild entsteht: dort liefen natürlich nicht alle völlig benebelt rum, sondern es war ein ganz normales Miteinander wie überall sonst auch.

Am nächsten Tag ging es dann wieder südlich in Richtung Heimat zurück, um genau zu sein nach Klintholm. Wir hatten zum Teil eine sehr ruhige Ostsee und kaum Wind, sodass wir ab und an doch mal wieder den Motor anmachen mussten. Am Abend liefen wir dann wieder knapp vor der Dunkelheit, bei fantastischem Sonnenuntergang ein.

BARFUß AM OSTSEESTRAND DEN SONNENUNTERGANG BESTAUNEN

An diesem Tag erreichten wir schon über 200 Seemeilen – und die Reise war noch nicht zu Ende. Für uns ging es am nächsten Tag weiter nach Deutschland Richtung Hiddensee. Dort legten wir im kleinen Fischerort Vitte an, wo wir am Abend lecker Fisch essen gingen. Und dann kam mein persönliches Tageshighlight: der Sonnenuntergang am Ostseestrand. Wir gingen barfuß über den Sand, sahen das Meer und lauschten den Wellen. Es war einfach traumhaft. Am folgenden Tag ging es zu unserer letzten Station, bevor wir wieder in Greifswald waren: Lauterbach, auf Rügen. Wir haben total entspannt gefrühstückt und sind dann in aller Ruhe los. Das war ein super entspannter Segeltag mit viel Sonnenschein, guter Musik und lustigen Gesprächen.

 

LASST UNS DEN GRILL ANSCHMEIßEN – DER LETZTE ABEND

In Lauterbach bereiteten wir dann unser Abschlussgrillen vor. Wir hatten einen coolen letzten Abend und Kevin schoss mit seiner Kamera noch viele lustige Fotos von uns. So war unser Segeltörn nun leider fast zu Ende. Ich freute mich zwar wieder auf mein eigenes Bett, jedoch habe mich so an die Crew und das Leben an Bord gewöhnt, dass ich am liebsten direkt weitergesegelt wäre. Am letzten Morgen waren es dann nur noch wenige Stunden, die wir gemütlich nach Greifswald geschippert sind. Dort hieß es dann Sachen packen, Boot reinigen und die übrig geblieben Lebensmittel aufteilen. Auch ein obligatorisches Gruppenfoto mit Join The Crew-Flagge und unseren stolzen 350 Seemeilen durfte natürlich nicht fehlen. 🙂

Nun kam der schlimmste Teil der Reise: die Verabschiebung. Ich hatte die ganze Crew so lieb gewonnen, aber leider hat alles mal ein Ende. Es war eine anstrengende Reise mit viel Zeit auf dem Wasser und wenig Landgang, aber das wusste ich vorher schon und ich habe es keine einzelne Sekunde bereut. Nach 7 Tagen, 3 Ländern, 350 Seemeilen (648 km) und vielen Erfahrungen, ging es wieder zurück nach Hause.

ES WAR EINE SUPER TOLLE WOCHE UND ICH BEDANKE MICH GANZ HERZLICH BEI UNSEREM TOLLEM SKIPPER KENO, DER UNS SO TOLL DURCH DIE OSTSEE GEFÜHRT HAT, EINE MENGE BEIGEBRACHT HAT UND UNS ALLEN EINE MEGA GEILE ZEIT BESCHERT HAT.

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